Martin Lampeitl

Der Gebürtige Reutlinger Martin Lampeitl (Jahrgang 1954) absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Heimerzieher und anschließend die Ausbildung zum Jugendreferenten auf der Karlshöhe in Ludwigsburg.

Als jüngster dort ausgebildeter Diakon kam er zum 1. September 1978 nach Urach um sein Anerkennungsjahr zu machen. Er stand vor der schwierigen Aufgabe zwischen der guten Jugendarbeit im Bezirk und dem Brüderbund plötzlich eine Jugendarbeit vor Ort aufzubauen. Der ehemalige Bezirksjugendreferent Dieter Hamer wurde ihm in dieser Zeit ein väterlicher Freund und half in die Arbeit hineinzufinden.

Die Arbeit in der kleinen Teestube „Teekessel“ im Gemeindehaus am Grünen Herz lag ihm am Herzen. Einen weiteren Schwerpunkt sah er in der Mitarbeiterschulung. An die Planwagenfreizeit 1979 im Hunsrück mit 25 Jugendlichen und Mitarbeitenden erinnert er sich noch heute.

Obwohl sich Eckhard Schweizer als 1. Vorsitzender des neuen Stadtjugendwerks und andere Befürworter für den Verbleib von Martin Lampeitl aussprachen, kam es zu keiner Weiterbeschäftigung im eju.

Aus Stuttgart-Vaihingen erreichte ihn dann 1979 das verlockende Angebot eine Teestube /Jugendtreff zu leiten. Hier konnte er auch seine musikalischen Fähigkeiten besser einbringen und er blieb dort als Jugendreferent bis 1982.

Gefördert von Siegfried Fietz und Hans-Jürgen Hufeisen (Flöte) begann dann die Musikkarriere von Martin Lampeitl. Es gab Konzertauftritte und die Veröffentlichung von Schallplatten. Somit stellte sich die Frage, ob es nicht richtiger war, ein paar Jahre als Musiker und Künstler innerhalb der christlichen Szene zu arbeiten und zu verkündigen. Da es an der Evangelischen Hochschule in Freiburg zum letzten Mal die Möglichkeit gab ohne Abitur ein Diplom als Sozialpädagoge zu erwerben, vollzog er 1982 einen Ortswechsel. Er lebe als Musiker und studierte „nebenher“ an der kirchlichen Hochschule.

Dann kam die Anfrage von der Badischen Landeskirche, ob er nicht Landesjugendreferent für Musik in der evangelischen Jugendarbeit werden möchte. Das war natürlich ein Traumjob für Martin Lampeitl. Sechs Jahre lang arbeitete er beim evangelischen Oberkirchenrat für Bands, Liedermacher und Chöre. Er organisierte Treffen, Freizeiten, christl. Konzerte u.v.m. Dies alles geschah auf einer halben Stelle, um auch für seine eigenen „ Ideen“ Zeit zu haben.

Im Jahr 1990 folgte der Wechsel an den Bodensee. Es gab das Angebot in einem Gruppenpfarramt zuzuarbeiten und Martin Lampeitl wurde Geschäftsführer des internationalen Bodensee-Kirchentags. Zwischenzeitlich hatte er seine Frau Anke geheiratet. Sie haben heute 3 gemeinsame Kinder und 2 Enkelkinder.

Für den Diakon Martin Lampeitl ergab sich 1996 wieder eine einmalige Gelegenheit. Auf Grund seines Studienschwerpunktes Seelsorge und Beratungsarbeit gab es von der Landeskirche das Angebot, in Lahr in einem Herzzentrum und für Altenheime als Seelsorger zu arbeiten. Rückblickend kann Martin Lampeitl sagen, dass ihn die bisher genannten Stationen auf seine heutige große Aufgabe vorbereitet haben.

Quelle: Europa-Park

Vom Europapark Rust wurde der in der Gegend bekannte Musiker und Seelsorger 2005 angefragt, ob er nicht für den Freizeitpark abgeordnet werden könne.

Seitdem arbeitet er zusammen mit einem katholischen Kollegen als „Zirkuspfarrer. In seiner 100% Stelle sieht er vier Schwerpunkte: 1.Hochzeiten und Taufen (ca. 40 im Jahr ), 2. Besondere Gottesdienste, Programme für Kinder und Familien zu Ostern, Weihnachten Erntedank usw., 3. Seelsorger für die 4500 Mitarbeiter des Europa Park. . 4. Bindeglied der Kirche zur Freizeitindustrie. Die Idee dahinter , ein missionarisches Projekt für die treuen Kirchenfernen. Also Gottesdienste und Andachten in einer besonderen Sprache und mit künstlerischen Inhalten.

Im kommenden Jahr 2019 möchte sich Martin Lampeitl in den Ruhestand verabschieden. Eine abschließende Herausforderung gibt es jedoch schon in diesem Jahr. Gemeinsam mit einer Pfarrerin kümmert er sich um das Kirchenprojekt „ Hirtenhütte“ auf der Landesgartenschau in Lahr.