EJU + Ev. Kirchengemeinde Bad Urach und Seeburg

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7∙7∙7 – Abendgebet

7∙7∙7 bedeutet: an sieben Tagen, um 7 Uhr abends, 7 Minuten werden die Glocken der Amanduskirche, der Johanneskirche in Seeburg und im Dietrich-Bonhoeffer-Haus läuten. In dieser Zeit sind alle eingeladen, Teil von „Bad Urach-Seeburg betet“ zu werden.

Hintergrund der Einladung zum 777-Abendgebet ist die Überzeugung, dass neben aller Treue, Arbeit, Nachdenken und Einsatz noch etwas anderes nötig ist, noch ein anderer nötig ist; nach dem Motto „Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist eine Tat, die durch nichts anderes zu ersetzen ist.“ (Hans von Keler)

Ob alleine, als Paar oder Familie, ob gläubig oder zweifelnd, religiös oder agnostisch, mit der Kirche eng verbunden oder eher distanziert, alle Bewohner von Bad Urach und Seeburg sind herzlich eingeladen, Teil dieses Gebetsnetzes zu werden. Mit dabei zu sein, wenn viele verbunden miteinander „Atem holen für die Seele“, denn das geschieht, wo wir zu beten beginnen.

 

 

Ablauf des Abendgebets

Glocken beginnen zu läuten

Beginn

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott ist da, er erwartet uns. Wer immer wir sind. Wie immer es uns geht.

Oster-Jubel

Hymnus aus dem Römerbrief 8,31b-35a.38.39

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen?
Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes?
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

(Evangelisches Gesangbuch, EG 709)

Christ ist erstanden

Singen oder sprechen:

Christ ist erstanden von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ’.
Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

(Evangelisches Gesangbuch, EG 99)

Bibelwort

2x langsam, wenn möglich laut, lesen:

Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt."  
(Johannes 11,25)

Kurze Stille

 

         

Gebet

(Gerne können sie auch eigene Gebetsanliegen mit ihren eigenen Worten vor Gott bringen)

Ende ist nicht Ende mehr. Christus, deine Auferstehung zeigt: Du bist nicht am Ende, wo wir nicht mehr können. Das ewige Leben, das du bringst, ist stärker als alles, selbst als der Tod. Wir danken dir, wir loben deinen Namen.

Herr, wir bringen dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, tröste besonders die Schwerkranken und Sterbenden.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen Pflegenden Kraft in dieser extremen Belastung. Denen, die in Politik, Wirtschaft oder Medien Verantwortung haben, Mut und besonnene Abwägungen zwischen Wiedereinstieg und Vorsicht.

Wir bitten dich um einen Geist der Liebe und Solidarität zwischen denen, die noch genug haben und denen, die in existentieller Not sind, den Schwachen und Schwächsten - bei uns, in Europa, in der ganzen Welt.

Wir beten um dein Erbarmen für unsere leidende Welt, dass diese Pandemie abschwillt, dass Normalität wieder einkehren kann.

Wir beten für alle, die Angst haben. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten. Wir beten für alle, die einsam sind, niemanden umarmen können. Berühre du Herzen mit deiner Sanftheit.

Wir bitten dich, dass der Zusammenhalt und die Einsicht für nötige Einschränkungen groß bleiben. Wir bitten dich, dass für uns, unsere Gemeinden und unsere Gesellschaft Gutes durch die Beschränkungen wachsen kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit. Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt. Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können. Dass du allein ewig bist. Und das ewige Leben allen schenkst, die dir vertrauen. Danke, dass wir mit allem, unserem vielleicht kleinen Vertrauen und den vielen Fragen und Zweifeln zu dir kommen können.

Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.
(Matthäusevangelium 6,9-13)

Abschluss

(Gleich nach dem Ende des Glockengeläuts – 3x singen oder sprechen.
Wer es sich vorstellen kann, sich traut, gerne am offenen Fenster, auf der Terrasse, in der Haustüre.
Anfangs mag das ungewohnt sein, doch wenn immer mehr mitmachen – dann macht es Mut.)

Meine Hoffnung und meine Freude
Meine Stärke, mein Licht
Christus meine Zuversicht
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

(Evangelisches Gesangbuch, EG 576)